Blog des Branchenverzeichnisses gelbevideos.com

 header image 2

Fallstudie 6: Korrupte Wirtschaftsverbrecher werden mit Samthandschuhen angefasst

Juni 20th, 2012 · 1 Kommentar

F.S.: Wie zuvorkommend hierzuland korrupte Strolche vor Gericht behandelt werden, die eine Landesbank und  den für deren Verluste haftenden Steuerzahler um zig Millionen betrogen haben, wird erschreckend deutlich anhand eines aktuellen Artikels in Welt Online. Es ist ja bekannt, dass Kassiererinnen in Supermärkten die herrschende Gesellschaftsform in Frage stellen, wenn sie einen Pfandbetrag von 20 Cent vergessen haben. Na, dann schaun wir mal, was "Die Welt" so über den Wirtschaftsverbrecher Gribkowsky zu berichten weiss:

"München (dapd-bay). Kurz vor Ende des Schmiergeldprozesses hat der angeklagte ehemalige BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky doch noch ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der 54-Jährige gab am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht zu, 44 Millionen Dollar für den Verkauf der Formel 1 an die Gesellschaft CVC Capital Partners erhalten zu haben. "Ja, es war Bestechungsgeld und ich hätte es in Deutschland versteuern müssen", sagte er. Gribkowsky hatte seit seiner Verhaftung im Januar 2011 geschwiegen.

Der Versuch seiner Verteidigung, mit Gericht und Staatsanwaltschaft einen Deal zu machen, war zuvor gescheitert, wie der Vorsitzende Richter Peter Noll erklärte. Die Parteien hätten sich nicht einigen können. Der Richter erklärte, Gribkowsky habe auch nach einem Geständnis mit einer Haftstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten bis zu neun Jahren zu rechnen.

Noll stellte es daraufhin dem Angeklagten frei, trotzdem eine Aussage zu machen. Dieses Angebot nahm Gribkowsky an. Noll sagte: "Im Gegensatz zu (Formel-1-Chef) Herrn Ecclestone, an den ich zwei Fragen hatte, habe ich an sie nur eine: Stimmen die gegen sie erhobenen Vorwürfe?" Der Angeklagte sagte: "Im Wesentlichen."

Als der Richter am Nachmittag nachfragte, welche Punkte der Anklage nicht stimmten, konnte Gribkowsky nichts nennen. Gribkowsky, der damals Risikovorstand der BayernLB war, ist wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung angeklagt.

Anderthalb Stunden hatte Gribkowsky am Vormittag detailliert und in freier Rede geschildert, wie er die Rechte an der Formel 1 von der Bayerischen Landesbank an CVC Capital Partners, eine dem Formel-1-Boss Bernie Ecclestone genehme Gesellschaft, verkaufte. Er gab zu, dass er im Zuge des Verkaufs einen lukrativen Beratervertrag ausgehandelt habe.

Die 44 Millionen Dollar daraus flossen einer von ihm gegründeten Gesellschaft zu, wie er berichtete. Er habe anschließend in Österreich eine Stiftung gegen Krebs gegründet. Richter Noll betonte, dass der Geldfluss in die Gesellschaft in Deutschland hätte versteuert werden müsse.

Der Angeklagte berichtete von mehreren Treffen mit Ecclestone und Vertrauten des Formel-1-Bosses. Bei einem ersten Gespräch zu einem möglichen Verkauf der Formel 1 mit Ecclestone im Mai 2005 habe ihm der Brite deutlich gemacht, dass er in der Formel 1 das Sagen habe. "Wenn du mir ins Handwerk pfuscht, werde ich dir zeigen, wie es läuft", habe der heute 81-jährige Ecclestone ihm gesagt.

Auch wenn die Formel-1-Rechte nach dem Verkauf an die Kirch-Gruppe nicht in Ecclestones Hand lagen, habe dieser die "absolute Schlüsselgewalt" gehabt, sagte Gribkowsky. Ecclestone habe ihm gesagt: "Wenn du mir hilfst, die Formel 1 zu kaufen, beschäftige ich dich als Berater." Die Begegnungen mit Ecclestone hätten ihn verändert, sagte er. "Der kleine Mann hat bei mir einen Knopf gedrückt."

Nach zahlreichen weiteren Treffen und Verhandlungen sei die Rennserie, die die Landesbank durch die Pleite der Kirch-Gruppe bekommen hatte, schließlich an CVC verkauft worden. Im Anschluss daran habe er mit Ecclestone und Donald MacKenzie, dem CVC-Chef den Beratervertrag ausgehandelt. Für die Vertragsausfertigung sei MacKenzie verantwortlich gewesen, erklärte Gribkowsky. "Ecclestone ist kein Mann von Papier. Handys, Aktentasche, Ende – der Rest ist mündlich", sagte der Angeklagte.

Gribkowsky sah in den 44 Millionen Dollar eine Anerkennung für seine Bemühungen, die er von der Landesbank nicht bekommen habe. "Ich hatte das Gefühl, umsonst gearbeitet zu haben." Inzwischen wisse er, dass dies "ein Fehler" gewesen sei.

Der Anwalt von Ecclestone, Sven Thomas, wies die Bestechungsvorwürfe gegen seinen Mandaten zurück. Ecclestones Verteidigung habe an dem Prozess gegen Gribkowsky nicht teilnehmen und daher auch keinen Einfluss nehmen können. Dies gelte auch "für die Widerlegung der Auffassungen des Gerichts aus jüngster Zeit über angebliche Vereinbarungen zwischen Herrn Dr. Gribkowsky und Herrn Ecclestone", sagte Thomas.

Außerdem sei die Hauptverhandlung vor dem Münchner Landgericht für das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen Ecclestone nicht bindend."

http://www.welt.de/newsticker/news3/article106640912/Spaetes-Gestaendnis-des-Ex-BayernLB-Managers-Gribkowsky.html

Incoming search terms:

  • wirtschaftsverbrecher (4)
  • korruption verbrecher (1)
  • landesbanken korruption (1)
  • verbrecher die mit samthandschuhen angefasst werden (1)
  • Verbrecher in der Landesbank (1)
  • wirtschaftsverbrecher gewaltverbrecher inhaftierung (1)

Tags: Korruption

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Carl // Jun 21, 2012 at 07:19

    Ein Bernie Ecclestone zahlt keine 44 Millionen Dollar Schmiergeld wenn er nicht wenigstens das Zehnfache an Vorteil zurückbekommt. Der Herr Bankmanager hat also die Anteile um rund 500 Millionen zu billig abgegeben. Gleichzeitig macht die Landesbank Milliarden Verluste, die wir hinlegen müssen. Warum schreibt die Welt nichts über diese Zusammenhänge?

Hinterlasse einen Kommentar